Privatclub Berlin

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Freitag, 26. Februar 2010


20:00 Uhr  Konzert
Alex Amsterdam

Indie / Pop
Support: tba

Eintritt: VVK: 6,- € + Gebühren; AK: 8,- €

„Stell dir das mal vor! Da fahren die uns nach dem Gig in so’n verfallenes Haus, ohne Strom,
ohne fließend Wasser und ohne Heizung. Im Winter!“ So, wie Alex Rosin diese Anekdote erzählt,
könnte er auch sagen: „Stell dir das mal vor! Da fahren die uns nach dem Gig in so’n 5-Sterne-
Hotel mit Zimmerkino, Schwimmbad und finnischer Sauna!“ „Die“, das sind die Kroaten,
motivierte, aber bettelarme Veranstalter, die dem Düsseldorfer Duo alex amsterdam (kurz a²)
kürzlich ermöglichten, ihre Landsleute von deren enthusiastischen Songs zu überzeugen. So
etwas ist Alex Rosin (Gesang & Gitarre) und Simon Horn (Tasten & Backing Vocals) alles wert,
auch Erfrierungen in unbeheizten Nachtlagern.
Indie | Pop nennen die beiden auf Flyern und Plakaten ihre Musik, ohne Bindestrich
geschrieben, als gleichberechtigte Brüder. Und tatsächlich kommen hier diese beiden Welten
zusammen, ästhetisch wie logistisch. „Indie“ sind a², weil sie bislang mit dem Fleiß kanadischer
Holzfäller absolut alles selber machten. Platten, Booking, PR… weswegen sie seit der
Bandgründung 2006 ein Album, eine EP sowie über 300 Konzerte vorweisen können, u.a. als
Support für Kettcar, Keith Caputo, Gisbert zu Knyphausen Kilians oder auch Auletta. „Pop“ sind
a², weil sie es schaffen, sich ohne fremdes Label Airplay bei Eins Live, NDR 2 oder Radio Fritz zu
erkämpfen, sich die Bühne ohne Berührungsängste mit Heinz Rudolf Kunze oder Fool’s Garden
zu teilen und die Presse sie zunehmend begeisterter von a² ist, wie z.B. das Musikmagazin Visions,
die “The die is cast” zum Demo des Monats Oktober 2009 kürten! „Indie“ sind a², weil ihre Songs
durch bittere Melancholie, herzhaften Anschlag und äußerst knusprigen Gesang Kante und
Tiefe erhalten. „Pop“ sind a², weil ihre Melodien das Herz öffnen und sich auch außerhalb der
Clubs bestens dafür eignen, das Leben von Menschen auf Autobahnen und Auslandsflügen zu
begleiten. Auf der brandneuen EP „The Die Is Cast“ findet diese songwriterische Klasse endlich
ihren angemessenen Rahmen. In voller Bandbesetzung mit Kay Wrede am Bass, Stephan Großer
am Schlagzeug sowie Reinhard Horn an den Streichinstrumenten eingespielt, erstrahlen die
Songs im Gegensatz zum schroffen Debütalbum „Stillness Of A Moment“ erstmals in
transparenter Klarheit. Transparent, aber nicht glatt, was auch dem Meistermischer Manni Struck
zu verdanken ist, der genau wie a² zwischen den Stühlen von Garage und Glanz steht: Er hat
einerseits schon Die Toten Hosen und andererseits Mike Oldfield aufgenommen.
Man höre, wie die Pianomelodie in „Saviour“ Coldplay oder Travis Konkurrenz macht oder
„Emma“ die zu Recht oft zitierte Landstraße für die so schmerzliche wie befreiende Fahrt öffnet,
die man antritt, wenn man soeben eine Beziehung hinter sich gelassen hat. Man höre, wie diese
Band einerseits in Trauer tröstet und andererseits mit „Face The Sun Again“ und „Liar, Liar“
dynamisch-rotzigen Rock einspielt, der auch in der Garage oder im Vorprogramm von Oasis,
den Strokes oder Sugarplum Fairy funktionieren würde.
Eine persönliche Anmerkung sei mir als Autor dieser Lobrede erlaubt. Bei meinen eigenen
„Hartmut und ich“-Shows als Schriftsteller und Literatur-Entertainer teile ich mir die Bühne sehr
gerne mit Bands, die derart würdevoll und berührend mit eingängigen Melodien und Gitarren
umgehen, dass sie eine Brücke zwischen „Indie“ und „Pop“ schlagen, so wie meine Romane
erfolgreich eine Brücke zwischen „E“ und „U“ geschlagen haben, indem sie gleichzeitig
Literaturpreise bekommen, bei „Men’s Health“ mit Tommy Jaud zur besten Männercomedy
gewählt werden und bereits in Schulen vorkommen. Ach ja, da spielen a² hin und wieder auch,
in der Aula, vor 300 Minderjährigen, mit Vorrede des Rektors. Warum? Sie waren in der Gegend,
sie haben einfach gefragt. Ich liebe sie. Versuchen Sie’s auch mal!
www.alex-amsterdam.de | www.myspace.com/alexamsterdam | www.studivz.net/alexamsterdam